Ich habe Lust
auf Veränderung

"Ich habe Lust auf Veränderung.”
Warum dieser Satz alles verändern kann und wie du als Elternteil heute beginnen kannst.
„Ich habe Lust auf Veränderung.”
Diese sechs Worte eines Vaters in meinem Coaching haben mich tief berührt. Nicht, weil sie besonders laut oder dramatisch klangen. Sondern weil sie so ehrlich und still waren. Er war für mich wie ein kleiner Funke, der in mir die Erinnerung an einen Satz weckte, der mich seit meinen Teenagerjahren begleitet: „Leben heißt sich ohne Ende wandeln” (Wolf Biermann).
Damals, mit 19, wusste ich plötzlich: Das ist mein Weg. Nicht perfekt sein. Nicht alles wissen. Sondern neugierig bleiben. Ausprobieren. Weiterwachsen.
Und ich weiß auch: Wenn der Alltag mich einholt, wenn mir die Kraft fehlt oder wenn ich denke „Ich schaffe das nicht”, dann fühlt sich Veränderung oft an wie ein unüberwindbarer Berg.
Dieser Artikel ist für dich, wenn du:
- das Gefühl hast, manchmal im Hamsterrad des Familienalltags festzustecken
- dich fragst, warum du nicht so reagierst, wie du es dir eigentlich wünschst
- Sehnsucht nach mehr Leichtigkeit in der Beziehung zu deinem Kind hast
- oder einfach nur einen kleinen ersten Schritt brauchst
Hier findest du kein Patentrezept – aber Verständnis, konkrete Ideen und die Gewissheit: Du bist nicht allein. Viele Eltern kennen diese Gefühle und haben Wege gefunden, damit umzugehen.
Was bedeutet es, „Lust auf Veränderung” zu haben?
Veränderung ist kein großer, dramatischer Moment. Sie beginnt meist ganz leise – mit einem Gedanken wie:
„Ich möchte nicht mehr so schreien, wenn mein Kind meine Grenzen nicht akzeptiert.”
„Ich wünsche mir, dass wir uns wieder mehr verbunden fühlen.”
„Ich will nicht mehr das Gefühl haben, eine schlechte Mutter / ein schlechter Vater zu sein.”
Und dann kommt der Mut, es anders zu versuchen. Und die Erkenntnis: Es geht nicht darum, fehlerfrei zu sein. Sondern darum, präsent zu sein. Für dich. Für dein Kind.
„Du lebst vorwärts – und verstehst rückwärts.” – teilte mir vor ein paar Tagen eine Mutter nach 1,5 Jahren Coaching im Abschlussgespräch mit.
Das ist so wahr: Du musst nicht alles vorab wissen. Manchmal reicht es, einfach anzufangen – und dann zu verstehen, warum es wichtig war.
Warum Veränderung als Elternteil so schwerfällt – und warum sie sich trotzdem lohnt
Es lohnt sich, ...
... weil kleine Veränderungen große Wirkung haben:
Für dich: Wenn du achtsamer mit dir selbst umgehst, sinkt dein Stresslevel. Du fühlst dich nicht mehr so überfordert – sondern handlungsfähig.
Für dein Kind: Kinder spüren, wenn wir präsent sind. Nicht fehlerfrei, nicht meisterhaft – sondern da sein. Und das gibt ihm Sicherheit und Vertrauen.
Für eure Beziehung: Selbst 10 Minuten Qualitätszeit am Tag können mehr bewirken als stundenlanges „Dabeisein” mit abwesendem Geist.
Das Schönste? Du musst nicht alles auf einmal ändern. Ein kleiner Schritt reicht. Es darf auch ein ganz kleiner Schritt sein.
Warum Veränderung so schwerfällt
Weil wir Menschen „Gewohnheitstiere” sind. Gewohnte Muster geben uns eine scheinbare Sicherheit und einen sinnvollen Überlebenszweck. Unser Gehirn liebt es, im Autopiloten-Modus zu funktionieren – das spart Energie. Doch wenn wir etwas Neues ausprobieren wollen, meldet sich oft der innere Kritiker:
Wenn du denkst „Ich habe keine Zeit”, dann steckt oft Überforderung dahinter. In solchen Momenten reichen schon 30 Sekunden Achtsamkeit, um wieder klar zu sehen.
Wenn du sagst „Das schaffe ich nie”, dann ist das meist die Angst vor dem Scheitern, die spricht. Probier es einfach einmal aus – ganz ohne Druck, vielleicht „spielerisch”?
Der Gedanke „Ich bin nicht gut genug” kommt oft daher, dass wir uns mit anderen vergleichen. Doch dein Kind braucht keine perfekte Mutter und keinen perfekten Vater – es braucht DICH.
Und wenn sich etwas komisch anfühlt, dann gewöhnt sich dein Gehirn gerade nur an Neues. Gib dir Zeit. Wiederholung schafft Vertrauen. Schenke dir beim Ausprobieren Mitgefühl und Verständnis. Denn es geht nicht von heute auf morgen.
Viele Eltern kennen diese Gedanken im Gedankenkarussell. Sie gehören dazu – wie die Wolken am Himmel. Wenn sie dich allerdings quälen und dich in deinem Alltag nicht mehr loslassen, probiere „The Work” nach Byron Katie und die Arbeit mit Glaubenssätzen – um sie liebevoll zu hinterfragen.
Dein Weg der Veränderung: 5 Stationen, die fast alle Eltern durchlaufen
Veränderung ist kein gerader Weg. Er sieht eher so aus – wie eine Wanderung durch verschiedene Landschaften:
Zuerst kommt die Erkenntnis wie ein Blitz: „So will ich nicht mehr!”
Doch dann stolperst du über den Alltag und landest im Schock: „Ich schaffe es nicht.”
Bald folgen die Zweifel, die dich bremsen: „Das bringt doch nichts.” Und du fällst in das Tal der Tränen, wo alte Fragen hochkommen: „Bin ich gut genug?”
Doch irgendwann – vielleicht nach einer Pause, vielleicht mit dem achtsamen Blick des Selbstmitgefühls, vielleicht nach einem tiefen Atemzug – spürst du neuen Mut: „Ich versuche es noch einmal.”
Und mit jeder kleinen Übung, jedem bewussten Moment der Selbstliebe findest du dich selbst wieder: „Ich bin genug.”
Dein Weg ist nicht linear – und das ist gut so. Veränderung ist ein Prozess, der auch manchmal ins Tal führt , der dich manchmal stolpern lässt … mit all deinen Gefühlen, Empfindungen und neuen Erlebnisqualitäten.
Station 1: Die Erkenntnis
Dein Bewusstsein beginnt: „Ich möchte meinem Kind anders begegnen.”
Hier beginnt alles. Du siehst plötzlich klar, was du ändern möchtest. Vielleicht ist es der Moment, in dem du merkst, wie du automatisch schimpfst – und denkst: „Das will ich nicht mehr.” Das ist der erste Schritt. Er kommt aus dem Unbewussten und wird sichtbar – und das ist wunderbar.
Station 2: Der Schock
„Oh, ich schaffe es nicht.” Die ersten Tage nach deiner Erkenntnis kommen – und mit ihnen oft der Schock der Realität. Der Alltag holt dich ein. Du vergisst dein Vorhaben. Oder es fühlt sich ungewohnt und anstrengend an.
Das ist kein Rückschritt. Das ist Teil des Weges. Dein Gehirn, dein Nervensystem braucht Zeit, sich vom alten Muster zu lösen, um sich an das Neue zu gewöhnen. Bitte denke daran: du kannst das.
Station 3: Das Tal der Tränen
Dein Bewusstsein wächst und du denkst: „Bin ich eine schlechte Mutter / ein schlechter Vater?“
Hier kommen oft Gefühle und Emotionen hoch, die du lange weggeschoben hast: Zweifel, Scham, Wut – oder die tiefe Sehnsucht nach Verbindung. Vielleicht kommt in dir eine Trauer oder Scham auf, über das, was du vielleicht schon in der Erziehung deines Kindes verpasst hast. Diese Gedanken gehören zu dieser Phase des Veränderungsprozesses. Vielleicht fühlt es sich für dich wie ein Rückschritt oder wie eine Stagnation an.
Mein Tipp: Hier darfst du fühlen, was du fühlst – ohne Bewertung. Alle deine Gefühle sind Botschafter, alle deine Gefühle haben einen Sinn. Sie wollen dir etwas sagen.
Dieses Tal ist nicht einfach. Aber es ist heilsam. Denn hier darfst du du selbst sein – mit all deinen Schwächen und deiner Zerschlagenheit. Ich teile in meinen Gruppen immer mit: „Es ist alles willkommen”. Es tut so gut, diese Gefühle zu integrieren, anzuerkennen.
Station 4: Der Aufbruch
„Ich probiere es noch einmal.”
Irgendwann – oft ganz leise – spürst du neuen Mut und neue Kraft. Du nimmst dir bewusst Zeit. Du setzt dich mit deinem Kind hin. Und plötzlich merkst du: Es geht. Nicht perfekt. Nicht fehlerfrei. Aber es fühlt sich richtig gut an.
Erinnerung: Jedes Mal, wenn du es anders machst, trainierst du dein Gehirn um. Wie einen Muskel. Und je öfter du es tust, desto leichter wird es.
Das nennt man Neuroplastizität – die wunderbare Fähigkeit deines Gehirns, sich dein ganzes Leben lang zu verändern. Egal, wie alt du bist oder wie lange du etwas auf eine bestimmte Weise gemacht hast: Es ist nie zu spät. Stell dir dein Gehirn wie eine Wiese vor: Jedes Mal, wenn du bewusst anders handelst, schlägst du einen neuen Pfad. Und je öfter du ihn gehst, desto breiter und fester wird er – bis er irgendwann dein Hauptweg ist.
Station 5: Die Akzeptanz
„Ich bin die beste Mutter / der beste Vater für mein Kind – so wie ich bin.”
Ich wiederhole mich immer wieder, denn: hier erkennst du: Du musst nicht perfekt sein. Es reicht, wenn du dich auf den Weg machst, aufmerksam, achtsam, präsent und liebevoll bist. Wenn du dich mit deinen Schwächen und Stärken annimmst. Wenn du deine eigenen Bedürfnisse ernst nimmst.
Und vielleicht gehört noch etwas dazu, das leicht übersehen wird: die Selbstregulation. Bevor du deinem Kind Sicherheit schenken kannst, darfst du zuerst bei dir selbst ankommen. Spüre kurz in dich hinein: Wie schnell schlägt dein Herz gerade? Wo im Körper spürst du die Anspannung? Ein tiefer Atemzug, ein Moment des Innehaltens – das ist keine Nebensache, das ist die Grundlage. Ein reguliertes Nervensystem ist wie ein ruhiger Hafen, an dem dein Kind andocken darf. Du musst nicht ständig ruhig sein – aber du darfst lernen, dich selbst wieder zu beruhigen, wann immer es nötig ist. Das ist keine Fähigkeit, die du von Geburt an hast. Das ist eine, die du dir – Schritt für Schritt – erarbeiten darfst
Das ist das Geschenk der Veränderung: Du lernst, dich selbst mit Mitgefühl zu betrachten – und das strahlt auf dein Kind aus.
3 einfache Tipps, die sofort wirken können
Du musst nicht alles auf einmal ändern. Gehe kleine Schritte in deinem Familienalltag.
Kleine Schritte führen dich zum Ziel. Hier gebe ich dir drei konkrete Ideen, die du heute noch ausprobieren kannst:
Tipp 1: Die „1-Minute-Achtsamkeits-Insel”
Was? Wenn dein Kind schreit, weint oder dich herausfordert, lade ich dich ein: Halte inne, atme 3x tief ein und aus und frage dich selbst:
„Was brauche ich in diesem Moment?“ (Vielleicht Geduld? Vielleicht eine Pause?)
„Was braucht mein Kind jetzt?“ (Vielleicht Trost? Vielleicht klare Grenzen?)
Warum? Diese 30 Sekunden unterbrechen den Autopiloten. Sie geben dir die Chance, bewusst zu reagieren – statt automatisch.
Umsetzung heute: Wenn du möchtest, probiere es beim nächsten Konflikt aus. Du wirst überrascht sein, wie oft diese kurze Pause alles verändert.
Tipp 2: Das „Mini-Tagebuch der kleinen Erfolge”
Was? Schreibe abends einen Satz auf wie: „Heute habe ich [das und das] anders gemacht – und es hat sich angefühlt wie [Gefühl].”
Beispiele:
„Heute habe ich mein Kind umarmt, statt zu schimpfen – und es fühlte sich warm an.”
„Heute habe ich bewusst zugehört – und mein Kind hat sich verstanden gefühlt.”
Warum? Unser Gehirn merkt sich schlechte Erlebnisse oft besser als die guten. Mit diesem Tagebuch trainierst du dein Gehirn um – und siehst, wie viel du schon schaffst.
Mein Hinweis: „Es gibt keine falschen Einträge. Auch ein Tag, an dem du denkst ‚Ich habe nichts geschafft’, zählt. Denn du hast dich bemüht, du bist dran geblieben – und das ist mehr, als du denkst.”
Tipp 3: Die „Ressourcen-Schatzkiste”
Was? Nimm ein schönes Blatt Papier und schreibe 3 Dinge auf, die dir jetzt schon helfen. Das können sein:
„Meine Freundin hört mir zu, wenn ich frustriert bin.”
„Ich liebe es, mit meinem Kind zu malen – dann fühle ich mich verbunden.”
„Ich bin geduldig, wenn ich eine kurze Pause habe.”
Warum? Diese Übung basiert auf dem salutogenetischen Modell von Aaron Antonovsky. Es geht nicht darum, Defizite zu betrachten, sondern Ressourcen zu erkennen und zu nutzen – das stärkt dein Kohärenzgefühl (das Gefühl, dass das Leben verständlich, handhabbar und sinnvoll ist).
In stressigen Momenten vergessen wir oft, was uns eigentlich trägt. Diese Liste erinnert dich daran: Du hast bereits Ressourcen. Du bist nicht hilflos.
Umsetzung heute: Schreibe jetzt 3 Dinge auf – und lese sie morgen früh. Erinnere dich daran, was dich trägt.
Das WICHTIGSTE in Kürze
Und nun zum Schluss: Deine Lust auf Veränderung ist schon der erste Schritt.
Veränderung als Elternteil ist kein Projekt mit Deadline. Sie ist ein Geschenk an dich, dein Kind und deine Familie – das du jederzeit öffnen kannst, wann immer du bereit bist.
Veränderung ist ein Prozess, kein Ziel. Es geht nicht um Perfektion – sondern um Präsenz.
Kleine Schritte sind mächtig. Jede Mikro-Achtsamkeit, jeder bewusste Moment zählt.
Ein „Rollback“ gehört dazu. Dies ist ein Teil des Weges – keine Niederlage, keine Katastrophe.
Dein nächster Schritt:
Eine Einladung: Wähle einen der 3 Tipps aus und setze ihn noch heute um – wenn es dir möglich ist. Nicht perfekt, gerne mit Fehlern. Einfach nur anfangen. So wie die Kinder – spielerisch anfangen.
Und denk daran:
Du bist genug. Genau so, wie du bist.
Wenn du dir Unterstützung wünschst
In meinem Elternworkshop begleite ich dich genau auf diesem Weg.
Wir schauen gemeinsam,
warum du in bestimmten Momenten laut wirst,
welche inneren Anteile in dir wirken
und wie du im Alltag ruhiger und klarer reagieren kannst
In einer kleinen Gruppe. In einer geschützten, ruhigen Atmosphäre.
Der Kurs findet an sechs Abenden in meiner Praxis in Bickenbach statt.
Wenn du beim Lesen spürst, dass dich etwas berührt hat,
dann ist das oft schon der erste Schritt.
Schreib mir gern „Kurs“.
Ich melde mich bei dir und werde dich für den nächsten Kurs auf die Warteliste setzten.
Kostenloses Geschenk für dich
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Kennst du Eltern, die sich auch nach Veränderung sehnen? Teile diesen Artikel – vielleicht ist er genau das, was sie jetzt brauchen.
Wenn du möchtest, begleite ich dich auf diesem Weg.
In meinen Elternworkshops findest du Raum, gemeinsam mit anderen Eltern zu entdecken, wie Stille, innere Sicherheit und ein reguliertes Nervensystem euren Familienalltag verändern können.
Und wenn du lieber individuell arbeiten möchtest, begleite ich dich in meinen Einzelsessions ganz persönlich – feinfühlig, ruhig und auf deine aktuelle Lebenssituation abgestimmt.
Beides kann dir helfen, innere Klarheit zu gewinnen und wieder festen Boden unter den Füßen zu spüren. Damit Stille zu etwas wird, das euch als Familie stärkt und trägt – wie ein leiser, verlässlicher Anker.
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