Bindung beginnt bei dir: Warum deine sichere Eltern-Kind-Bindung deine eigene Bindung braucht

Bindung ist ein großes Wort …
… doch sie zeigt sich in kleinen, stillen Momenten. Erfahre, warum deine Bindung zu dir selbst der Schlüssel für eine starke Eltern-Kind-Beziehung ist – und wie du sie im Alltag stärkst.
Bindung zeigt sich in kleinen, stillen Momenten: in einem herzlichen Blickkontakt, in einer liebevollen Berührung, in deiner Präsenz. Viele Eltern wünschen sich eine starke Bindung zu ihrem Kind – doch nur wenige sprechen darüber, wie wichtig es ist, auch eine gute Bindung zu sich selbst zu pflegen.
In diesem Artikel erfährst du, warum deine eigene Bindung der Schlüssel zu einer sicheren Eltern-Kind-Beziehung ist, was die Bindungstheorie und die Polyvagaltheorie dazu sagen – und du bekommst drei einfache Impulse, die du direkt in deinen Familienalltag einladen kannst.
Was bedeutet Bindung?
Bindung beschreibt die tiefe emotionale Verbindung zwischen einem Kind und seinen Bezugspersonen. Schon in den 1950er Jahren entwickelte der britische Psychiater John Bowlby die Bindungstheorie: Sie erklärt, dass Kinder für ihre gesunde Entwicklung stabile, verlässliche Bezugspersonen brauchen.
Wenn du als Mutter oder Vater deinem Kind liebevolle Sicherheit gibst, es tröstest, es verstehst, ihm genügend Feinfühligkeit schenkst und es mit seinen Themen ernst nimmst, lernt dein Kind: Die Welt ist sicher. Ich darf vertrauen.
Das Bedürfnis nach körperlicher und emotionaler Nähe, nach Beruhigung und dem Stillen von Hunger und Durst wird beantwortet.
Diese innere Sicherheit wirkt oft ein Leben lang – sie stärkt Selbstvertrauen, Resilienz und die Fähigkeit, gesunde Beziehungen zu gestalten.
Man könnte es auch so nennen: Bindung ist wie ein in sich zu Hause fühlen, wie ein sicherer Hafen.
Warum ist deine eigene Bindung so wichtig?
Vielleicht kennst du das: Du willst ruhig bleiben, liebevoll reagieren – doch manchmal spürst du, wie schnell Stress dich überrollt. Du wirst lauter, ziehst dich zurück oder fühlst dich überfordert. Du bist damit nicht allein.
Viele Eltern in meinen Beratungen teilen genau das: Sie merken, wie ihre Geduld an ihre Grenzen kommt – obwohl sie es doch so gerne anders machen möchten.
Der Grund liegt oft darin: Unsere Bindungsfähigkeit zu anderen beginnt immer bei uns selbst. Bindung bedeutet Verbindung. Verbindung zu mir selbst. In Balance zu sein. Mich selbst regulieren zu können, wenn es stressig wird.
Wie gut bist du mit dir selbst verbunden?
Wenn du dich selbst gut spüren kannst, deine eigenen Bedürfnisse kennst und ernst nimmst, kannst du auch in turbulenten Situationen Halt finden. Bindung ist nicht nur das, was du deinem Kind gibst – sondern vor allem das, was du dir selbst erlaubst.
Erst wenn du dich selbst gut halten kannst, kannst du dein Kind sicher halten.
Wie gut bist du mit dir selbst verbunden?
Kannst du deine eigenen Gefühle wahrnehmen – und wie nimmst du sie wahr?
Wenn du nun merkst, dass du oft streng zu dir selbst bist, möchte ich dich liebevoll beruhigen: Alle Gefühle dürfen sein. Ja, wirklich – sie dürfen sein.
Wenn du schon mehrere Artikel von mir gelesen hast, hast du sicher bemerkt: Ich lade dich immer wieder ein, dich selbst zu entdecken. Entdeckst du deine Bedürfnisse? Wie gehst du damit um?
Bindung aus Sicht der Polyvagaltheorie
Die Polyvagaltheorie, entwickelt von Stephen Porges, beschreibt, wie unser Nervensystem Bindung und Sicherheit steuert. Im Zentrum steht der Vagusnerv: Er hilft uns, uns sicher, verbunden und offen zu fühlen – oder eben in Stress und Rückzug zu gehen.
„Sicherheit ist der Schlüssel. Ohne Sicherheit ist keine soziale Bindung möglich.“
– Stephen Porges
Wenn du es schaffst, dich in stressigen Momenten selbst zu beruhigen – zum Beispiel durch eine sanfte Berührung, ein Innehalten oder Nähe zu einem vertrauten Menschen – stärkst du deinen Vagusnerv. Du signalisierst deinem Körper: Ich bin sicher.
Diese innere Sicherheit spürt auch dein Kind – ob bewusst oder unbewusst. Bindung ist also kein reiner „Kopfjob“. Sie lebt in deinem Nervensystem, in deinem ganzen Körper.
Deshalb ist es so wertvoll, dich immer wieder zu fragen: Wie kann ich meinem Nervensystem heute kleine Zeichen der Sicherheit schenken?
Manchmal reicht schon ein tiefer Atemzug, ein warmer Blick in den Spiegel oder die Erinnerung: Ich bin da. Ich bin sicher.
So stärkst du deine Bindung – und die Bindung zu deinem Kind
Wie kannst du im Alltag kleine Schritte gehen, um die Verbindung zu dir zu nähren? Hier findest du drei einfache Impulse, die dir dabei helfen können:
1️⃣ Schaffe Mini-Momente nur für dich
Vielleicht denkst du: Ich habe keine Zeit für mich.
Aber Bindung zu dir selbst braucht keine langen Auszeiten – manchmal reichen ein paar bewusste Minuten.
Vielleicht trinkst du deinen Kaffee ganz in Ruhe am Fenster, spürst die Luft auf deiner Haut, hörst einen Moment lang deinem Atem zu. Vielleicht bereitest du dir ein Frühstück oder ein warmes Abendessen zu – nicht, weil du musst, sondern weil es dir guttut.
Diese kleinen Inseln im Alltag geben deinem Nervensystem die Botschaft: Ich bin sicher. Ich darf bei mir sein.
2️⃣ Gib dir selbst Halt – mit einer sanften Berührung
Eine einfache Übung aus der Polyvagaltheorie: Lege eine Hand auf dein Brustbein, die andere an deinen Hinterkopf. Atme ruhig weiter. Spüre die Wärme deiner Hände. Stell dir vor, du gibst dir selbst Halt – so wie du dein Kind halten würdest, wenn es Trost braucht.
Diese Geste kann dir helfen, in stressigen Momenten wieder bei dir anzukommen. Dein Vagusnerv liebt solche kleinen Zeichen von Sicherheit.
3️⃣ Sprich mit dir wie mit deinem Kind
Würdest du dein Kind schimpfen, wenn es überfordert ist? Würdest du sagen: Du machst nie etwas richtig!? Vermutlich nicht.
Sprich auch mit dir selbst sanft. Ein Satz wie Ich mache es gut genug oder Ich darf Fehler machen kann viel verändern.
So stärkst du deine innere Bindung – Tag für Tag.
Mein Schlusswort: Bindung beginnt bei dir
Eine sichere Bindung zu deinem Kind ist ein Geschenk fürs Leben – und sie wächst, wenn du dich selbst nicht vergisst.
Indem du kleine Pausen findest, dich selbst hältst und liebevoll mit dir sprichst, gibst du deinem Kind etwas Kostbares mit: das Gefühl, dass Sicherheit von innen kommt.
Möchtest du tiefer eintauchen?
Möchtest du mehr darüber erfahren, wie du deine Bindung zu dir stärken kannst? Dann lade dir gern meinen kostenlosen Elternguide herunter oder buche ein unverbindliches Gespräch mit mir.
Gemeinsam finden wir deinen Weg zu einer Bindung, die euch beide trägt.
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Wenn wir in Verbindung mit uns selbst sind, kann Heilung beginnen – und Bindung wachsen.
Verena König
💛 Ich wünsche dir von ganzem Herzen
💛 Ruhe und Gelassenheit in deinem Alltag,
💛 sowie den Weg zu deinem inneren Frieden.
WENN …
Wenn deine Lebensfreude, deine Energie dennoch nicht in greifbare Nähe rückt, möchte ich dir zwei Möglichkeiten anbieten:
WENN DU FRAGEN HAST ODER MEINE UNTERSTÜTZUNG BRAUCHST …
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Hast du manchmal den Gedanken: „Ein Leitfaden für Kommunikation könnte ich gebrauchen?“
HOLE DIR DEN ELTERNGUIDE
Klare & liebevolle Kommunikation mit deinem Kind
Ich wünsche dir viel Freude und einen zufriedenen Tag – mit gelungenen Erlebnissen.
Von Herzen grüße ich dich, Gudrun
Zum Schluss habe ich noch ein Zitat von Jesper Juul:
„Führung in der Familie ist kein Machtspiel. Es ist ein Liebesdienst.“
– Jesper Juul


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